„Wir sind am Gedenktag für die Opfer kommunistischer Gewalt zusammengekommen, in Stille und Respekt vor all jenen, denen gewaltsam das Leben, die Würde und oft auch das Recht auf ein Grab genommen wurden“, begann die Moderatorin der Zeremonie, Silva Orovič Serdinšek, und fuhr fort: „Dieser Tag lädt uns nicht zur Verurteilung ein, sondern zum Gedenken. Er ruft nicht zu Zwietracht, sondern zur Wahrheit auf. Gedenken ist die Pflicht der Lebenden gegenüber den Toten. Und das Recht der Toten darf nicht vergessen werden.“ Herzlich willkommen zur heutigen Gedenkveranstaltung des am 17. Mai abgeschafften Gedenktages für die Opfer des Kommunismus. Es sei betont, dass dem Parlament ein Gesetzentwurf zur Wiedereinführung dieses Gedenktages vorgelegt wurde. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Bewahrung des historischen Gedächtnisses und zur Achtung aller Opfer.
Wir stehen vor einem Denkmal, das die ideologische Gewalt des Kommunismus symbolisiert und das Leid während und nach dem Zweiten Weltkrieg repräsentiert. In unserer Stadt befand sich eines der slowenischen Lager, die diese ideologische Tragödie erst ermöglichten. Im Namen all derer, die auf diesem Denkmal genannt werden, geben wir ihnen heute, im Namen der Freiheit und der Würde, die Stimme der Erinnerung zurück und mahnen uns alle: Nie wieder.
Wir sind zusammengekommen, um all jener zu gedenken, die unter dem kommunistischen Regime gelitten und ihr Leben verloren haben. Ihre Geschichte erinnert uns an die Bedeutung von Respekt und Würde – wir gedenken ihrer.
Nach einer Gedenkminute verlas die Moderatorin eine Rede der Organisatoren-historischen Abteilung Kidričevo, in der sie einleitend betonte: „Vor wenigen Tagen, am 8. Mai, gedachten wir dem Sieg über den Faschismus/Nazismus, aber nicht dem Tag der Befreiung; denn an diesem Tag begann bei uns ein neuer Terror, der Terror des Kommunismus.
Der 17. Mai erinnert uns an die Gewalt der Zwischenkriegszeit und insbesondere der Nachkriegszeit in Slowenien – das größte Verbrechen, das die kommunistische Ideologie an den Slowenen begangen hat. Dies war kein Kampf für die Freiheit. Dies war ein Völkermord an unserer eigenen slowenischen Nation, bei dem das Leben von mehr als 15.000 unserer Vorfahren ausgelöscht wurde, ganz zu schweigen von den Opfern anderer Nationalitäten an diesen Orten.“
Wir stehen hier in Stille, nur unterbrochen von unseren Gedanken und Erinnerungen. Dieses Denkmal ist nicht bloß ein Stein – es ist ein stummes Kreuz, ein Anker, das Zeugnis einer der größten Tragödien unserer Geschichte. So wie die Unabhängigkeit Sloweniens der hellste Punkt ist, so ist die kommunistische Gewalt der dunkelste Fleck unserer Geschichte. Sie erinnert uns an den Bruderkrieg und vor allem an die Massaker der Nachkriegszeit, die einer systematischen, grausamen und gegen eigenes Volk gerichteten Tötungsindustrie gleicht. Im Namen einer Ideologie wurden Tausende und Abertausende Slowenen getötet, gefoltert und vertrieben – Männer, Frauen, junge Männer, Mädchen und sogar Kinder. Priester, die die Religion predigten, Geschäftsleute, die Wohlstand schufen, Lehrer, die Wissen vermittelten, Bauern die das Land bearbeiteten, und Intellektuelle die in Freiheit von einem freien Slowenien träumten, alle diese wurden hingerichtet. Mit einem Schlag wurde der wichtigste Teil des nationalen Körpers ausgelöscht – seine moralische, kreative und spirituelle Wirbelsäule.
Heute, Jahrzehnte später, tragen wir noch immer die Folgen dieses Verbrechens in unserem Alltag. „Unsere Gesellschaft ist zutiefst gespalten, ohne feste Werte und ohne klare Richtung“, betonte die Rednerin und schloss mit den Worten: „Vielen Dank, dass Sie heute hier sind. Möge Slowenien nie wieder Brudermord erleben. Möge unsere Erinnerung daran niemals verblassen.“ (Die vollständige Rede ist auf der linken Seite unserer Website abgedruckt.)
Hauptredner der Veranstaltung war Dr. Ludvik Toplak, der Initiator der Errichtung des Denkmals in Sterntal, welches von seiner Volkspartei zum Gedenken an alle Opfer auch hier errichtet wurde. Dr. Ludvik Toplak schilderte kurz die Geschichte dieses Ortes: von der Errichtung eines Genesungsheims und Militärkrankenhauses im Ersten Weltkrieg, über ein Lager für russische Kriegsgefangene, die nach der Oktoberrevolution hiergeblieben sind, über den Soldatenfriedhof, über einem Arbeitslager während des Zweiten Weltkriegs bis hin zu einem kommunistischen Lager nach Kriegsende und fügte hinzu: „Leider kommen heute neue Ideologien auf uns zu, die Menschen, Moral und Familie zerstören. Gerade das verlangt von uns rechtzeitiges Handeln, dass so etwas Schreckliches nie wieder passieren kann.“
Die Zeremonie wurde vom gemischten Chor St. Nikolaus aus Monsberg/Majšperk unter der Leitung von Mirko Vedlev musikalisch begleitet, Gedichte von France Balantič wurden von Petra March-Hadler rezitiert.
Die Gedenkfeier beendete Moderatorin Silva Orovič Serdinšek mit den Worten: „Das Denkmal selbst ist nur Stein, Bronze oder Holz. Seine wahre Bedeutung und Seele erlangt es erst, wenn Menschen sich um das Denkmal versammeln. Daher lade ich Sie ein, Blumen und Kerzen am Denkmal niederzulegen als Zeichen des Respekts, der Andacht und der unauslöschlichen Erinnerungen an alle Opfer der kommunistischen Gewalt der Nachkriegszeit.“
Text und Foto: Jan Schaller
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Redakteur: Jan Schaller
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