VERSCHWIEGENE SCHÖPFER

Bartholomäus von Carneri tauchte ganz unerwartet wieder auf, als ich in den autobiographischen Reflexionen eines der letzten Angehörigen der Frankfurter Schule, Leo Lowenthal blätterte. Dort erzählt er, seine erste ernste Lektüre seien Darwin, Haeckel und der beliebteste Philosoph der darwinistischen Schule Carneri gewesen.
Hermann Potočnik war ein Visionär der Weltraumflüge. Er wurde in Pola/Pula in Istrien in der damaligen Marktgrafschaft im k.k. Österreich, heute Kroatien, geboren, jedoch schon in Kinderjahren, nach dem Tod des Vaters, zog die Mutter mit den Kindern nach Marburg/Maribor wo die Familie Kokoschinegg – Verwandten der Mutter lebten.
An einer der Alleen des Friedhofs von Pobrežje/Pobersch in Marburg steht ein Granitblock, auf dem nur ein markantes Gesicht zu sehen ist und die hinzugefügte Inschrift: Rudolf Wagner – Tondichter. Nur wenige Leute wissen, dass er an einen verdienstvollen Marburger Musiker erinnert.
Die Südbahn-Werkstätten waren die erste auf moderne Art geführte große Fabrik in Marburg, wo sich auch die Belegschaft nach sozialdemokratischen Grundsätzen organisierte
Emil Hochreiter (1871–1938) ist hierzulande eher ein in Vergessenheit geratener als bekannter Komponist, obwohl der Verlag Družina vor Jahren ein Sammelband mit Abhandlungen über sein Leben und Werk veröffentlichte.
Der Komponist Hugo Wolf wurde im Jahre 1860 in Windisch Graz/Slovenj Gradec geboren, laut den Forschungen von Jože Leskovar gehen allerdings die slowenischen Wurzeln seiner Familie auf St.Georgen a.S./Šentjur zurück.
Zu den vielen vergessenen Künstlerinnen und Künstlern der Marburger Kulturgeschichte gehört auch Elfie Mayerhofer, geboren 1917 in Marburg. Ihren ersten Klavier- und Gesangunterricht erhielt sie von ihren Eltern, die Lehrer waren.
Im Jahr 1846 erreichte auch Marburg (jetzt Maribor) die große Innovation des 19. Jahrhunderts – die Eisenbahn. Dadurch wurde die Stadt kulturell und wirtschaftlich in den europäischen Raum eingebunden und begann zu wachsen. Die Ankunft der Bahn regte die allgemeine Industrialisierung und den Handel an. Die kulturelle Entwicklung der Stadt symbolisieren zwei bedeutende Ereignisse im genannten Jahr: Das Konzert des größten „Sterns“ der damaligen europäischen Musikwelt, Franz Liszt, und die Gründung des ersten Marburger Chors.
Mit etwa 60 Operetten, 100 Filmmusikkompositionen und über 2000 Liedern gehört er zu den fruchtbarsten und zweifellos auch zu den populärsten Komponisten der Welt. Viel zu wenig Bedeutung messen wir der Tatsache bei, dass sein künstlerischer Weg gerade in Marburg begonnen hat.

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