Die Soldaten des bosnisch-herzegowischen IR Nr. 2, die den Monte Meletta am 7. Juni 1916 heldenhaft erstürmt haben, und viele von denen dabei gefallen sind, sind am Soldatenfriedhof Lang/Lebring begraben. Die Erinnerungstafel beim Eingang erinnert, dass am Kriegsfriedhof Lebring 1233Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee ruhen, davon auch 805 Bosniaken. An diesem Soldatenfriedhof sind auch 437 italienische, rumänische, russische und serbische Kriegsgefangene begraben.
Am Sonntag, den 27, Oktober organisierte das Schwarze Kreuz, das für Kriegsgräber sorgt, eine Gedenkfeier für die gefallenen Soldaten. Es kamen viele vom Österreichischen Kameradschaft Bund mit ihren Fahnen und auch viele zivile Bosnier-Gastarbeiter in Steiermark.
Mehrere Denkmäler unterschiedlicher Nationen erinnern an die hier beigesetzten Soldaten und Kriegsgefangenen. Beeindruckend sind die in dichten Reihen aufgestellten Kreuze für die Christen und auf der rechten Seite „Kreuze“ mit geschnitzten Fes, für mohammedanische Bosniaken. Mit dem „Islamgesetz“ im Jahr 1912 wurden die Muslime im österreichischen Teil der Habsburger Monarchie als Religionsgemeinschaft anerkannt, hatten religiöse Selbstbestimmung und wurden innerhalb der k.u.k. Armee von Imamen seelsorglich betreut.
Aber hier, auf diese Wiese war nicht nur ein Soldatenfriedhof, schon im Juli 1914 wurde nämlich hier ein ziemlich großes Militärlager eingerichtet. Es umfasste über 100 Holzgebäude/ Baracken samt der notwendigen Infrastruktur. Auf der Lagerfläche von 75 Hektar wurden außer 3000 Kriegsgefangene noch 15.000 Mann einquartiert, zumeist Soldaten der k.u.k. Armee, aber auch tausend einheimische Facharbeiter. Das Lager diente auch als Ausbildungsstätte für die bosnisch-herzegowische Einheiten der k.u.k .Armee.
Kommen wir zurück zur Gedenkfeier für die gefallenen Soldaten. Wenn man dass alles weiß, dann war allen auch klar, dass der Oberst Wolfgang Wildberger, der Präsident der Österreichisch-Bosnisch & Herzegowinischen Gesellschaft den zeremoniellen Teil mit Fes am Kopf führte. „Über Gräber sollen wir uns die Hände reichen. Dieser Soldatenfriedhof ist ein Musterbeispiel für das Gedenken an einen verlorenen Krieg. Aber die Toten, egal auf welcher Seite, verdienen ein würdiges Begräbnis und eine Gedenkstätte. “, sagte er.
Der Hauptredner, Oberst Dieter Allesch, Landesgeschäftsleiter des Schwarzen Kreuzes, betonte in seiner Rede, dass „ „dass die Europäer heute in Frieden und Zusammenarbeit leben. So ist die Europäische Union entstanden, aber wir müssen diese Werte, die nicht selbstverständlich sind, bewahren“. Er wies insbesondere darauf hin, dass er bei seinen Besuchen von Soldatenfriedhöfen in ganz Europa festgestellt habe, dass die Toten und Gefallenen noch immer nicht in allen Ländern beerdigt sind. „Egal, auf welcher Seite sie gefallen sind, ob sie im Krieg oder unmittelbar nach Kriegsende gestorben sind; jeder Tote verdient im zivilisierten Europa ein Grab, Ehre und Gedenken.
Auf dem gut gepflegten Soldatenfriedhof gibt es an mehreren Stellen Infotafeln über die Wendepunkte der Kaserne, so dass sich die Besucher vor Ort über die Geschichte informieren können.
Und noch eine Überraschung. Auf diesem Soldatenfriedhof haben Kinder der 3. Klasse Volksschule Lang eine Appell-Tafel aufgebaut, wie soll man im täglichen Leben Krieg bekämpfen und Frieden als gewaltlose Form nutzen, „hin und wieder zurücktreten, um des lieben Friedens willen!“
Text und Foto: Jan Schaller
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Redakteur: Jan Schaller
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