Das schon traditionelle Steirertreffen aus drei Ländern – Banater Deutsch-Steirer aus Rumänien, Untersteirer aus dem heutigen Slowenien und natürlich Steirer aus dem österreichischen Bundesland Steiermark – fand am 26. Mai in Leibnitz und Umgebung statt. So lernten wir diesen Teil, der uns eher als Einkaufszentrum bekannt ist, diesmal aus historischer Perspektive kennen.
Wir hatten die Ehre, von Bürgermeister Daniel Kos im 1692 erbauten und 1913 in seiner heutigen Form renovierten Rathaus von Leibnitz empfangen zu werden. Nach der Begrüßung der Delegationsleiter gab Bürgermeister Kos einen kurzen Einblick in der Stadt Leibnitz und Umgebung.
Leibnitz ist eine Stadt zwischen den Flüssen Mur und Sulm im Leibnitzer Feld mit 13.517 Einwohnern, was sie zur fünftgrößten Stadt des Bundeslandes Steiermark macht, und ist Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirkes Leibnitz.
Der Vorort von Leibnitz, Flavia Solva, gegründet um das Jahr 15, ist aus der Römerzeit als Teil der Provinz Noricum bekannt und die einzige römische Stadt in der heutigen österreichischen Steiermark. Sie ist für uns vor allem wegen der Römerstraße interessant, die damals die Verbindung nach Poetovia, dem heutigen Ptuj, herstellte.
Das Gebiet um Leibnitz befand sich ab 860 im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg. Das früheste Schriftzeugnis ist von 970 und lautet „civitas Lipnizza“. Der Name geht aus altslawischen – Lipa- Lipica (Lindensiedlung) zurück. Im Jahr 1532 zerstörten die Türken den Markt Leibnitz. Bis 1595 war er Teil des Salzburger Fürsterzbistums, wurde in diesem Jahr aber an den steirischen Bischof und Gegenreformator Martin Brenner verkauft. Das Schloss Seggau, ab 1218 von den Bischöfen von Seckau erweitert, war bis ins 20. Jahrhundert Sommerresidenz der Bischöfe von Graz-Seckau.
Leibnitz gehörte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Marburger Kreis. Mit dem Bau der Südbahn von Wien nach Trieste erhielt Leibnitz 1846 einen überregionalen Verkehrsanschluss. Kaiser Franz Joseph I. erhob am 27. April 1913 Leibnitz zur Stadt, dadurch wurde auch das alte Rathaus renoviert.
Die zweite Station unseres diesjährigen Treffens war der Ort Grossklein, genauer gesagt deren Keltenuseum. Das Museum in Großklein gibt es seit dem Jahr 1990 und wurde in den Jahren 2003 und 2019 erweitert und umgebaut. Seine Aufgabe ist es, das reiche archäologische Erbe aus der Hallstattzeit von Großklein und seiner Umgebung zu bewahren und zu vermitteln. Dabei wird besonderer Wert auf fundiertes archäologisches Wissen gelegt. Die Funde werden im Museum anschaulich präsentiert. Großklein ist einer der bedeudensten Stätten der Hallstattzeit (850-500 v. Christi) im Ostalpenraum, damals als Klyne besiedelt, schriftliche Aufzeichnungen gibt es seit dem Jahr 1170.
In Kombination mit dem hallstattzeitlichen Museum und dem Fürstengräber-Wanderweg, der acht Kilometer lang ist, bringt Einheimische und Besucher an den Resten der vier Grossgrabhügeln ein einzigartiges und ganztägliches Erlebnis der historischen Kulturlandschaft von Großklein.
An diesem Hitzetag wie im Sommer, wurden wir auch durstig und hungrig und hielten Einzug in unserer dritten Station beim Weingut-Buschenschank Schneiderannerl im Sausal. Und da war endlich auch Zeit für Plaudereien mit den Freunden aus allen drei Steierer Regionen.
Text Jan Schaller
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