Heuer war das ein Erinnerungsausflug

      Der diesjährige Sommerausflug am Sonntag, den 29. Juni 2025, organisiert vom Verein der Landsmannschaft der Deutsch-Untersteierer in Österreich, war  im ersten Teil dem Besuch und der Erinnerung an die im vergangenen Jahr enthüllte steinerne Gedenkätte am Bachern-Gebirge bei Areh gewidmet, die zum Gedenken an alle Gefallenen während und nach dem Krieg in den Wäldern des Bachern-Gebirges errichtet wurde. Das Mahnmal ist eine Gedenkstätte für alle, unabhängig von ihrer Nationalität und unabhängig davon, auf welcher Seite sie gekämpft haben oder nicht gekämpft haben – die zivilen Opfer. Eine Gedenkstätte, weil jeder Tote ein Grab, eine Denkmahlplatte und  einen Ort für Besuche braucht – als Erinnerung und Dank für ein verlorenes Leben.

Auch diesmal organisierte das alles der unermüdliche 92-jährige Martin Kostrevc, heuer einen zweisprachigen Gedenkgottesdienst der von dem pensionierten Pfarrer Bogomir Rakuša geleitet wurde.

Vor  dem Beginn des zweisprachigen Gedenkgottesdienstes dankte Ingeborg Mallner zunächst dem Hauptorganisator Martin Kostrevc für seine langjährigen und beharrlichen Nachforschungen über die Grabstätten auf dem Bachern-Gebirge und vor allem für seinen lebenslangen Kampf um die Errichtung einer Gedenkstätte für alle Ermordeten auf dem Bachern-Gebirge, der im vergangenen Jahr mit der Enthüllung der steinerne Gedenkstätte verwirklicht wurde.

Ingebor Maller wies in ihrer Rede zu Beginn der Gedenkveranstaltung besonders darauf hin, „die Massengräber auf dem Bachern waren seit jeher bekannt, aber erst mit der Staatswerdung Sloweniens durften diese auch erwähnt werden. 1992 konnten bereits zwei Holzkreuze vom Marburger Verein „Freiheitsbrücke“ aufgestellt werden. Mein Vater war damals bei der Einweihung dabei.

Martin Kostrevc lernte ich 2012 kennen, da hatte er bereits die Koordinaten vieler Massengräber auf dem Bachern ausgeforscht und hatte auch bereits die Historiker Dr. Mitja Ferenc und Dr. Joze Dezman an seiner Seite, die sich der „verborgenen Gräber“ annahmen und auch teilweise Exhumierungen durchführten.

Auch damals 2012 waren wir, vom Verein Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer, mit einem vollen Bus von Graz aus auf den Bachern gekommen, und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir alle tief betroffen vor den eingezäunten Gräbern mitten im Wald standen und den Worten von Martin Kostrevc lauschten.

Damals ist auch der große Wunsch nach einer „Steinernen Gedenkstätte“ entstanden, den wir nie aus den Augen verloren haben. Margarete Jahn und andere haben uns immer wieder daran erinnert. Und Martin Kostrevc hat die Errichtung einer würdigen Gedenkstätte auf dem Bachern sogar zu seinem Lebensprojekt gemacht. 12 Jahre später, am 5. Oktober 2024, nach einigen Anläufen, die im Sand verlaufen waren, war es dann soweit,  diese Gedenkstätte konnte eingeweiht werden.

Es fasziniert mich, wie dieses Denkmal nach und nach entstanden ist – es brauchte offensichtlich Zeit. Zunächst  lag2016 der Entwurf der Steinernen Kapelle vor, dann dieses einzigartige Bodenmosaik, entworfen von Karl Lesjak, und zuletzt 2024 erhielten auch noch Kreuz und Gedenkmonolith ihren Platz. Alle vier Komponenten fügen sich nun zu einem Gesamtkunstwerk zusammen, keine Komponente dürfte fehlen und der leicht erhöhte Platz gibt dem Denkmal Würde und Erhabenheit. Wie schön ist es, diesen Platz für Gottesdienst und Gedenken zu haben und so möchte ich nun Hochwürden Msgr. Bogomir Rakušabitten, mit dem Gottesdienst zu beginnen.“

Im zweiten Teil der Reise machten sich die Busreisenden auf den Weg zur weitgehend unbekannten Burg Lemberg bei Vojnik/Hohenegg, das wird in einem weiteren Artikel beschrieben.

Foto Manfred Korhammer

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