Besuch auf Burg Lemberg in Neukirchen bei Hochenegg

Die Burg Lemberg heute, Luftaufnahme

     Auf dem Weg von Vojnik/Hohenegg in Richtung des Kurortes Dobrna/Neuhaus wird man von der Burg Lemberg begrüßt. Eine mächtige Burg, die hoch auf einem Hügel liegt und  schon von weitem einen starken Eindruck auf den sich nähernden Reisenden macht.

Und genau diesen Weg haben wir eingeschlagen, allerdings nicht zum Kurort Dobrna/Neuhaus, sondern zur Burg Lemberg selbst, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz der Familie Gallé war. Ein Teil der Familie Gallé reiste mit uns und so erfuhren wir schon im Bus alles über die Geschichte dieser Burg, die bereits 1213 erstmals urkundlich erwähnt wurde, wie auch auch über das grausame Schicksal der Familie, als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Burg und ihr Besitz beschlagnahmt und die gesamte Familie vertrieben wurde.

Die Rückgabe während des Entstaatlichungsprozesses war aber ganz klar, da die letzte Besitzerin Netta Gallé slowenische Staatsbürgerin war. So erhielt sie die Burg zurück – eigentlich eher eine Ruine, was ein seltener Fall von Rückgabe einer Burg in Slowenien war.
Aber auch nachdem die Familie Galle ihr Schloss zurückerhalten hatte, musste sie bald feststellen, dass sie zwar wieder die alten Besitzer des Schlosses sind, aber in der aktuellen Umgebung unerwünscht waren. Aus dieser tristen Situation heraus, suchte die Familie einen Käufer, was auch nicht ganz einfach war. Der Bürgermeister half und brachte mit Franc Zidar einen Käufer.

Seit dem Kauf im Jahre 2007 arbeitet Franz Zidar an der Renovierung und Planung neuer kultureller Inhalte. Durch die Restaurierung der Burgkapelle und des Weinkellers möchte Franci Zidar einen interessanten touristischen Ort für Hochzeiten und kulturelle Veranstaltungen schaffen – immerhin bietet die Burg einen einzigartigen Blick über das ganze Tal.

„Burgherr“ Franci Zidar ist Historiker, Geograf, Weinbauer und der älteren Generation als langjähriger Leiter des Trebče-Gedenkparks, des heutigen Kozjanski-Parks, noch gut in Erinnerung. Bei unserem Besuch begrüßte er uns, lud uns in den Schlosshof ein und gab uns zunächst einige historische Informationen über das Schloss.

Die erste Erwähnung der Burg geht auf eine Urkunde aus dem Jahr 1213 zurück. 1452 ließ Friedrich II.(Cili Graf) die Burg zerstören, weil die Grafen von Schaunberg, Rivalen von Cilli Grafen waren. Die Besitzer Ulrik und Albrecht Schaunberg bauten die fast verfallene Burg gründlich wieder auf und gestalteten sie im Barockstil um. In den folgenden Jahrhunderten wechselte das Schloss den Besitzer und erfuhr zwei weitere große Umbauten. 1584 baute der damalige Besitzer Viktor Welzer den Eingangsflügel und die Arkade mit dem Südflügel im Renaissancestil um, während der klassizistische Umbau im 19. Jahrhundert den wehrhaften Charakter des Eingangsflügels verwischte.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war das Schloss im Besitz der Familie Gallé, wurde aber 1945 verstaatlicht und danach mehrfach geplündert. In den folgenden Jahren verschwand durch Plünderein der Großteil der reichen Ausstattung des Schlosses. Nur einige wenige Gegenstände werden im Museum von Cilli aufbewahrt, während ein zwei Meter großes Porträt des Grafen Wolfgang Hannibal von Schrattenbach, der 1660 auf der Burg geboren wurde, im British Museum in London ausgestellt ist.

Das Schloss selbst verfiel in den Jahrzehnten nach der Verstaatlichung rapide und wurde 1986 zum Kulturdenkmal von lokaler Bedeutung erklärt. Wie bereits erwähnt, wurde das Schloss nach der Unabhängigkeit Sloweniens im Rahmen eines Entstaatlichungsverfahrens an die Familie Gallé zurückgegeben, die jedoch keinen Nutzen aus dem Schloss ziehen konnte und seit 2007 der Historiker und Geografen Franci Zidar Besitzer der Burg Lemberg ist. Franci Zidar erzählte uns noch viele interessante Geschichten über die Burg und das Leben auf der Burg. Der Besuch auf BurgLemberg war für alle sehr erlebnisreich und es ist zu empfehlen, sich diese Geschichten auf der Burg Lemberg anzuhören und im restaurierten Weinkeller Essen und Trinken zu genießen.

Fotos von Manfred Korhammer und Jan Schaller

Vor dem Eingang in die Burg Lemberg,

Franci Zidar, ganz rechts, stellt die Burg Lemberg vor

Das Innere der Burg, das bereits restauriert wurde

So sah die Ruine Burg 1985 aus

Eine Postkarte der Burg von 1965

Das berühmteste Bild der Burg, eine Radierung von G. Wrischer aus dem Jahr 1681.

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