Roman: Drei Erbschaften und die Astrozwillinge

Der vom Kulturverein deutschsprachiger Frauen „Brücken“ jährlich herausgegebene zweisprachige Sammelband „Zwischenmenschliche Bindungen“ enthält neben den Aktivitäten des Vereines im vergangenen Jahr und anderen Neuigkeiten, auch literarische Beiträge von Mitgliedern. Mein literarischer Anfang war die Erzählung „Johana“, das im Sammelband im Jahr 2008/ Nummer 7 zweisprachig veröffentlicht wurde.

In Zeiten der vergessenen und übersehenen deutschsprachigen Bürger, die in der Vergangenheit viel zur Entwicklung der Stadt Marburg beigetragen haben, organisiert der Verein „Brücken“ jährlich Gedenkveranstaltungen. So wurde im Dezember 2008  ein Konzert zu Ehren von Eduard von Lannoy veranstaltet. Er war eine bedeutende musikalische Persönlichkeit, die ab 1808 auf Schloss Wildhaus bei Zellnitz/Selnica lebte und den berühmten Komponisten Franz Liszt nach Marburg brachte. Frau Professor Doris Debenjak, Lexikographin und Mitverfasserin eines umfassenden slowenisch-deutschen und deutsch-slowenischen Wörterbuchs, war ebenfalls zu Gast bei der Gedenkveranstaltung“. Sie kam auf mich zu und fragte:
„Sind sie die Autorin Ivana?“ Ich war überrascht und sagte nur kurz „ja“.

„Ich habe ihre Geschichte ‘Johana’ im Sammelband gelesen und war von  ihrem Schreibstil beeindruckt. Ich möchte sie ermutigen, schreiben sie, schreiben sie weiter! Und noch etwas. Wenn ihre Mutter das Buch „Eine amerikanische Tragödie“ gelesen hat, musste sie eine sehr intelligente Frau gewesen sein. Schreiben sie auch über sie“. Damals zündete der Funke in meinem Kopf, dass ich eines Tages ein Buch schreiben könnte. Ich hatte bereits eine beträchtliche Anzahl von Geschichten geschrieben, aber ohne einen sinnvollen Zusammenhang. In den nächsten Jahren verbrachte ich viel Zeit damit, das Material aufzubereiten und das Konzept für das Buch zu erstellen. Nachdem die gesammelten Geschichten redigiert, lektoriert und zu dem Roman „Die drei Erbschaften und die Astro-Zwillinge“ zusammengefasst worden waren, wurden sie vom Volos-Institut in einem hübschen Buch gedruckt. Die Geschichte von Johana, jetzt anders als ursprüngliche, die eigentliche Herausforderung für den Roman war, ist der Einstieg in die Handlung.

Kurze Beschreibung des Romans: Das Mädchen, das kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geboren wurde, wächst in einer zweisprachigen Familie mit Slowenisch und Deutsch als Muttersprachen auf. Da ihr Vater angeblich aus einem deutschsprachigen Gebiet stammt, und nicht anwesend war, bleibt er anonym. Das Mädchen träumt von seinem Vater und vermisst ihn. Sie wächst in der Obhut ihrer deutschen Großmutter auf. In jungen Jahren wurde ihr diese Zweisprachigkeit mehrmals vorgeworfen, weil sie die deutsche Sprache beherrschte. Aber als sie reifer war, öffnet sich die deutsche Sprache als kostbares Erbe, ein Fenster zur Welt, neue Bekanntschaften bereichern ihr Leben, und sie erlebt echte Abenteuer. Naiv navigiert sie ihre Teenagerjahre mit allen möglichen Problemen erfolgreich durch.

Als sie heiratet und eine eigene Familie gründete, war ihr größte Wunsch und ihre Sorge, dass ihre Kinder nicht ohne Vater lebten. Fast wäre es dazu gekommen, aber ihre Sturheit und Hartnäckigkeit verhindern dies. Eine schwere Krankheit schleicht sich in die Familie ein.
Parallel dazu ereignen sich in der näheren und weiteren Umgebung auch einige heitere Ereignisse. Der Roman ist sehr abwechslungsreich, zeitlich weit gestreckt und umfasst mehrere Länder, wobei der Zerfall Jugoslawiens eine besondere Rolle spielt. Die persönlichen Geschichten der einzelnen Personen und ihre Verbundenheit untereinander drücken auch ihre Gefühle gegenüber den politischen Veränderungen aus.

Ein Roman, der in erste Person geschrieben ist, bedeutet nicht, dass es sich um eine persönliche Geschichte oder ein Bekenntnis des Autors handelt. Wenn ein Autor eine literarische Figur erschafft, lebt er diese Figur mit vielen seiner eigenen Erfahrungen und Erlebnissen.
Ich wünsche mir, dass sich die Leser mit meinem Buch ihre Freizeit verschönern.

Ivana Hauser

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