Die Soldaten des bosnisch-herzegowischen IR Nr. 2, die den Monte Meletta am 7. Juni 1916 heldenhaft erstürmt haben, und viele von denen dabei gefallen sind, sind am Soldatenfriedhof Lang/Lebring begraben. Die Erinnerungstafel beim Eingang erinnert, dass am Kriegsfriedhof Lebring 1233 Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee ruhen, davon auch 805 Bosniaken. An diesem Soldatenfriedhof sind auch 437 italienische, rumänische, russische und serbische Kriegsgefangene begraben.
Am Freitag, dem 6. Juni 2025 organisierte das Schwarzes Kreuz, das für Kriegsgräber sorgt, eine Gedenkfeier für die gefallenen Soldaten. Es kamen viele vom Österreichischen Kameradschaftsbund mit ihren Fahnen, aber in der Mehrzahl war eine Bosnische Militärdelegation, wie auch viele zivile Bosnier-Gastarbeiter in Steiermark.
Mehrere Denkmäler unterschiedlicher Nationen erinnern an die hier beigesetzten Soldaten und Kriegsgefangenen. Beeindruckend sind die in dichten Reihen aufgestellten Kreuze für Christen auf der linken Seite, auf der rechten Seite „Kreuze“ mit geschnitztem Fes für mohammedanische Bosniaken. Mit dem „Islamgesetz“ im Jahr 1912 waren die Muslime im österreichischen Teil der Habsburger Monarchie als Religionsgemeinschaft anerkannt, hatten religiöse Selbstbestimmung und wurden innerhalb der k.u.k. Armee von Imamen seelsorglich betreut.
Aber hier, auf dieser Wiese war nicht nur der Soldatenfriedhof, schon im Juli 1914 wurde hier ein ziemlich großes Militärlager eingerichtet. Es umfasste über 100 Holzgebäude/Baracken samt der notwendigen Infrastruktur. Auf der Lagerfläche von 75 Hektar wurden außer 3000 Kriegsgefangene noch 15.000 Mann einquartiert, zumeist Soldaten der k.u.k. Armee, aber auch tausend einheimische Facharbeiter. Das Lager diente auch als Ausbildungsstätte für die bosnisch-herzegowische Einheiten der k.u.k. Armee.
Kommen wir zurück zur Gedenkfeier für die gefallenen Soldaten. Wenn man darüber alles weiß, dann wird jedem an der Gedenkfeier auch klar, dass Oberst Wolfgang Wildberger, Präsident der Österreichisch -Bosnisch & Herzegowinischen Gesellschaft, den zeremoniellen Teil mit Fes am Kopf führte. Oberst im Ruhestand Dieter Allesch, Landesgeschäftsführer des Schwarzen Kreuzes sagte unter anderem „Über Gräber sollen wir uns Hände reichen, durch die Teilnahme unsere Arbeit für den Frieden unterstützen“. Auch bosnische Redner sprachen über den unsinnigen Krieg in Bosnien, wie auch heute in der Ukraine, und verlangten, dass alle Kriege gleich beendet werden sollen, weil sie ja nur Leiden für Bevölkerung sind.
Für alle eine überraschende Geste der Versöhnung auf beiden Seiten, es war auch eine italienische Delegation anwesend.
Text und Foto: Jan Schaller
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Redakteur: Jan Schaller
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