Die historische Abteilung „Matej Slekovec“ bei der DPD Kidričevo bereitete am Donnerstag, den 9. April 2026, im renovierten Herrenhaus Sterntal, dem heutigen Sitz der Gemeinde, einen interessanten und ungewöhnlichen Vortrag vor. Dozentin Dr. Anja Moric, präsentierte nämlich ihren ethnografischen Film „Globoko v srcu jo čutim« (Tief in meinem Herzen spüre ich es), der anhand persönlicher Lebensgeschichten die Schicksale der ausgewanderten deutschen Gottscheern und ihrer Nachkommen erzählt.
Der Film, der hauptsächlich in englischer Sprache ist, zeigt die ausgewanderten deutschen Gottscheer in Kanada und den USA und wie sie ihr kulturelles Leben gestalten und die Erinnerungen und Traditionen ihrer Vorfahren wiederbeleben, die einst als deutsche Gottscheer in ehemaligen Unterkrain/ Dolenjska lebten und noch immer ihre Gottscheer Muttersprache sprechen. In ihren Erzählungen nehmen uns die Gesprächspartner mit auf eine Reise durch ihr Leben: von ihrer Geburt in Gottschee über ihre Zwangsumsiedlung während des Krieges in die Untersteiermark – nach Rann/Brežice – bis hin zu ihrer wiederholten Vertreibung nach dem Krieg aus ihrer Heimat; zunächst nach Österreich, in Flüchtlingslager, wo das Leben nach der Vertreibung hart war; es ging ums nackte Überleben. Deshalb wanderten die meisten von ihnen nach Amerika aus.
Der Film zeigt auch die ausgesiedelten Gottscheer, die in Österreich blieben und heute hauptsächlich in zwei Vereinen organisiert sind: einem in Graz – Maria Trost – und einem in Kärnten – auf Schloss Krastowitze.
Besonders interessant sind die Zeugnisse von Nachkommen, die anfangs gar nicht wussten, wo Gottschee lag, wo Slowenien ist, wo ihre Eltern geboren wurden. Im Laufe der Jahre und durch wiederholte Besuche ihrer Geburtsorte mit ihren Eltern lernten sie diese Orte gründlich, die ihnen heute vertraut sind. So brachte einer der Nachkommen nach dem Tod seines Gottscheer Vaters einen Teil seine Asche nach Gottschee, in den Geburtsort seines Vaters, in die heutigen Ruinen ihres ehemaligen Hauses.
Die Aussage eine Zeugin ist beeindruckend: „Obwohl ich so weit weg lebe, werde ich immer eine Gottscheerin bleiben, denn dort ist meine Heimat.“
Nach der Filmvorführung fand ein Gespräch mit der Autorin, Dozentin Dr. Anja Moric, statt. Sie hatte mehrere Jahre an der Dokumentation gearbeitet und aus 30 Stunden Material einen interessanten Film über die Gottscheer Deutsche erstellt. Was die Besucher am meisten überraschte, war der Stolz, das Bewusstsein und der Patriotismus, die den (slowenischen) Einheimischen so sehr fehlt. Offenbar muss man erst weit weg von zu Hause sein, um Heimweh zu verspüren und sich seiner Wurzeln bewusst zu werden.