In den Räumlichkeiten des Katholischen Gymnasiums der katholischen Diözese in Subotica hielt der Diplom-Historiker und Präsident des Deutschen Volksverbandes, Rudolf Weiss, einen Vortrag über die Geschichte des Protestantismus sowie über das Schicksal der deutschen Protestanten in Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Vortrag wurde für katholische Religionslehrer an staatlichen Schulen in Serbien organisiert.
Seit dem Jahr 2001, wurde der Religionsunterricht an staatlichen Schulen in Serbien wieder eingeführt. Die Schüler können zwischen zwei Fächern wählen: Religionsunterricht oder Menschenrechte und bürgerliche Werte. Die Schüler können zwischen orthodoxem, katholischem, evangelischem und islamischem Religionsunterricht wählen.
Die anwesenden Religionslehrer zeigten großes Interesse am Schicksal der Donauschwaben in Jugoslawien, denn im kommunistischen Jugoslawien war es lange Zeit ein Tabuthema. In seinem Vortrag betonte Weiss die Tatsache, dass von den 550.000 Deutschen im Königreich Jugoslawien etwa 20% Protestanten waren, hauptsächlich Lutheraner und Calvinisten.
Das kommunistische Regime beging auch in Jugoslawien einen Völkermord an der deutschen Minderheit. Nach den Daten der letzten Volkszählung blieb nur 1% der Deutschen in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens, verglichen mit der letzten Volkszählung im Königreich Jugoslawien vor dem Krieg. Kommunistische Verbrecher töteten und vertrieben eine große Zahl von Deutschen oder schufen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ungünstige Bedingungen für das Überleben der Deutschen als organisierte Gemeinschaft, was zur Auswanderung der Überlebenden führte.
Zahlreiche Fragen der anwesenden Religionslehrer zeigten, dass dieses Thema bei vielen in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien große Neugier weckt. Angehörige der deutschen Minderheit stehen im Alltag vor der Frage: “Wie und warum ist eine halbe Million Deutschen aus dem ehemaligen Jugoslawien verschwunden?” Der Deutsche Volksverband versucht seit seiner Gründung vor 29 Jahren, klare Antworten auf diese Fragen zu geben.
Rudolf Weiss, Präsident des Deutschen Volksverbandes in Subotica
e-mail: STEIERMARK.STAJERSKA@GMAIL.COM
Redakteur: Jan Schaller
Ein Unabhängiges Autorenprojekt des Bundes der Kulturvereine der Gottscheer und Steirer in Slowenien
Die Beiträge der Autoren und Autorinnen der Webseite Steiermark-Stajerska müssen nicht der offizielle Meinung des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten entsprechen.
Datenschutzrichtlinie | Copyrights by JanSchaller | Developed by EMBE VICE Digital Agency