Die vertriebenen Untersteirer, die ihre zweite Heimat in Österreich, im Bundesland Steiermark, gefunden haben machen jedes Jahr ein oder zwei Busausflüge und besuchen ihre alte Heimat. Die älteren, die wurden noch in der Untersteiermark geboren. Voriges Jahr haben wir Maria Rast / Ruše und Marendorf / Radlje besucht, wo die „einheimischen“ über ihre Erinnerungen aus Kindheit erzählten. Damals haben die als kleine Kinder noch nicht verstanden, warum sie vertrieben wurden.
Heuer war Sommerausflug etwas anders. Wir haben zuerst Meranovo, Weinberge über Pickern/Pekre, wo der Erzherzog Johann vor 200 Jahren ein Weingut kaufte und er selbst alsBeispiel die Förderungen des neuen Weinbaus setzte, besucht. Da er mit den Weinbaubedingungen am Rhein und der Qualität der Weinsorten bestens vertraut war, beschloss er ein großes Vorbild zu sein. Aufgrund des günstigen Klimas, ähnlich wie das italienische Meran, wurde Weingut als Meranovo bekannt.
Auf dem Weingut wurde anlässlich der 200 jährigen Feier eine interessante, neue Ausstellung vorbereitet, in der Erzherzog Johann und seine Frau Anna Plochl ihr Leben in Animation beschreiben, auch den Besuch 1830 als österreichische Kaiser Franz I., der Bruder von Erzherzog Johann persönlich mit seiner Frau Weingut Meranovo besuchte.
Im zweiten Raum des neuen Museums sind Weinberge Meranovo, Weinbau, Kellerei und Weinsorten durch die 200-jährige Geschichte vorgestellt. Und dass es nicht nur bei Worten und Erzählungen blieb, haben wie die neuen Weinsorten in Weinkeller auch gekostet.
Das Weingut Meranovo wird jetzt von der Landwirtschaftlichen Universität in Marburg/Maribor sorgfältig, als Muster Weingut verwaltet. Also noch immer im Sinne des Gründers von Meranovo, Erzherzog Johann.
Von Weingut Meranovo sind wir nach Marburg/Maribor gefahren, wo wir mit Altstadt-Führung die Geschichte der Stadt Marburg erlebt haben, die bis 1919 überwiegend Deutsch war, und mit Erinnerungen einiger Mitglieder deren Vertreibung miterlebt haben. In den persönlichen Gesprächen nachmittags, beim Mittagsessen, haben einige ihre Selle eröffnet, wie es einmal in der alten Heimat war und wie sie im Königreich slowenische Sprache dringend brauchten, um mit den slowenischen Kindern zu spielen.
Text: Jan Schaller
Foto: Marko Leljak
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Redakteur: Jan Schaller
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