Das Österreichische Kulturforum präsentierte nach langer Zeit wieder deutsche Literatur im Österreichischen Lesesaal der Universitätsbibliothek in Maribor. Die Diskussion wurde in deutsche Sprache geführt.
Diesmal stellte sich Friderike Gösweiner, die 1980 in Rum/Tirol geboren wurde, Philologie und Politikwissenschaft studiert und heute als Dozent und Literaturkritikerin für die Zeitschriften Die Presse und Literatur & Kritik tätig ist, dem deutschsprachigen Publikum in Marburg, vor. Im Jahr 2016 veröffentlichte sie ihr erstes Buch unter dem Titel „Traurige Freiheit“ und wurde im selben Jahr mit dem Österreichischen Buchpreis in der Kategorie Debütanten ausgezeichnet. Im Jahr 2022 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman „Regenbogenweiß“ den sie während der Coronazeit schrieb, da sie sich eine Auszeit zum Schreiben nehmen konnte. Friderike Gösweiner ist auch die Autorin des SchreibArt-Programms des österreichischen Ministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten.
Sie präsentierte sich zum ersten Mal in Slowenien. Bei der Vorstellung ihres zweiten Romans „Regenbogenweiß“ erklärte sie, Regenbogenweiß ist ein Buch über Gleichheit und Glück, über die Notwendigkeit von Trauer, die fundamentale Bedeutung von Zeit und über Europa im Hier und Jetzt.
Am Beginn des Romans steht ein Ende: Hermann stirbt plötzlich und unerwartet. Er hinterlässt seine Frau und zwei erwachsene Kinder. Alle drei trauern – auf je eigene Weise. Die soeben pensionierte Lehrerin Marlene beginnt, Flüchtlingen zu helfen; Sohn Bob, Kosmologe und Zeitforscher, zieht sich ans äußerste Südende Europas in die Natur zurück; und Tochter Filippa, Philosophin in Paris, möchte mehr denn je endlich Mutter werden. Für alle stellt sich die Frage nach einem glücklichen Leben noch einmal neu und dringlicher – während große gesellschaftliche Veränderungen und Entwicklungen im Gange sind, die sie skeptisch mitverfolgen.
»So viele Entscheidungen, die damals noch ungetroffen waren, die getroffen werden mussten, damit es sie hier heute gab. Und jede hätte anders ausfallen können und dann wäre sie heute nicht. Aber wie traf man Entscheidungen, dachte Filippa. Wie traf man sie richtig.«
Ein großer Roman über Weg- und Umbrüche und die Frage nach einem glücklichen Leben in einer aus dem Gleichgewicht geratenen Welt.
Nachdem die Autorin einige Seiten ihres Buches vorgelassen hat, entwickelte sich eine interessante Diskussion, vor allem über die Frage, warum man in der heutigen schnelllebigen Welt Bücher schreibt und sie sogar liest.