Unsere Antwort -2

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   Wir hätten Ihnen gerne auf Ihrem dreiseitigen Interview mit Dr. Daniel Grafenauer auf alle Vorwürfe ausführlich geantwortet, aber leider haben wir nur 60 Zeilen für eine Antwort, also fassen wir uns kurz; wir würden uns aber auch über eine ernsthafte Debatte freuen, nicht nur Angriffe auf die “Reste der Reste”, die Sie nicht einmal beim richtigen Namen “Volksgruppe” zu nennen wagen und uns als eine touristische “Ethnogruppe-etnična skupina” von unerwünschten deutschen Touristen betrachten.

   Die Kärntner Slowenen haben nun zu recht Angst, dass in Österreich ein ähnlich beleidigendes Interview veröffentlicht wird, in dem in so beleidigender Weise behauptet wird, dass die Kärntner Slowenen, die auch Deutsch sprechen, keine “echten Slowenen” mehr sind, denn das werfen Sie uns vor, wenn wir mit Ihnen Slowenisch sprechen.

   Sie schreiben, oder werfen uns vor, in der Familie nicht Deutsch zu sprechen. Aber was Sie nach dem Krieg gesät haben, das ernten Sie jetzt auch, denn nach dem Krieg wurde Deutsch in den Schulen bewusst verboten (Feidensprache). Die Forderungen nach einem zweisprachigen Kindergarten (organisierte Spracherweiterung für den Nachwuchs) und dann einer zweisprachigen Grundschule, die eine Voraussetzung für die Existenz von Sprache und Kultur ist, bleiben leider unerhört, und die Ausrede der Politik ist sehr einfach, sie sind keine offiziell anerkannte Minderheit und die Politik wischt sich die Stiefel ohne Scham ab. Deutsch ist heutzutage ein mögliches Wahlfach in den Schulen, wird aber in begrenztem Umfang als Fremdsprache unterrichtet.

    Wir haben immer wieder den Kontakt zu den “Instituten” gesucht und darum gebeten, unsere Ansichten bei ihren Vorträgen zu präsentieren, aber leider ist der slowenische Berufsstand sehr verschlossen. Die “Experten” dürfen sich also nicht wundern, wenn sie auf verschlossene Türen oder Schweigen stoßen, denn das Wohlwollen und die Absichten der Deutschsprachigen wurden meist missbraucht (man hat immer noch Angst, es einem Fremden zu sagen) und so werden sie nicht mit offenen Armen empfangen, ganz im Gegenteil. Dieses Interview ist auch ein weiterer Beweis dafür, dass, wenn ein Doktor nicht selbst sehen und hören kann, dann existiert das eben nicht???

    Wir haben mehrmals wiederholt gezeigt, dass die Behauptung von Dr. Ferenc, 70 % der “Deutschen seien im Ausland geboren”, unwahr ist, und dass das eine bewusste Beleidigung darstellt. Für eine ausführlichere Darstellung reicht der Platz hier leider nicht aus. Im Jahr 1991 gab es in Slowenien offiziell 52.631 „Slowenische Gastarbeiter“, von denen 24.630 die deutsche Staatsbürgerschaft hatten, aber das ist eine Verwechslung von Äpfeln und Birnen.

    Wir dulden keine Nazis und ihre Sympathisanten in unseren Reihen.

    “Die Deutschen“, die in Slowenien geblieben sind (weil die Engländer Geflüchtete nach Österreich zurückgeschickt haben), weil die Flüchtlingsheime überfüllt waren, waren bis 1948 staatenlos, hatten kein Wahlrecht, und wenn sie einen Job bekamen, war das eine echte Demütigung. Zu behaupten, es gäbe nur noch einen “Rest von Resten”, nachdem Sie einen Teil der “Deutschstämmigen” absichtlich umgebracht, die meisten von ihnen deportiert und diejenigen, die in ihren Häusern geblieben sind, “zwangsintegriert” haben, ist also der Gipfel des Zynismus.

   Wir schämen uns, die 196 Empfehlungen, Forderungen und Warnungen des Europarates an Slowenien in der fünften Stellungnahme des Beratenden Ausschusses zum Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten zu lesen.

    Stimmen Sie endlich mehrheitlich im slowenischen Parlament für die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 2. April 2009 zum Gewissen Europas und gegen den Totalitarismus, sonst werden Sie ein unglaubwürdiges (zukünftiges) nichtständiges Mitglied des Sicherheitsrates.

Veronika Haring, Obfrau
Kulturverein deutschsprachiger Frauen »Brücken«, Marburg an der Drau

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