Zusammengefasst einige historische Fakten über die Burg, auch für diejenigen, die noch nicht dort waren:
Die Burg Gutenhaag (slowenisch Grad Hrastovec-Eichendorf) befindet sich im gleichnamigen Ort Hrastovec/GUTENHAAG in der Gemeinde Lenart (Sankt Leonhard in den Windischen Büheln). Die Burg wurde erstmals im Jahr 1443 schriftlich erwähnt und zählt zu den größten erhaltenen Burgen in Slowenien. Bis zum Zweiten Weltkrieg befand sie sich im Besitz der berühmten – jahrhundertelanges Familienbesitz der Grafen von Herberstein.
Ursprünglich stand an der gleichen Stelle des heutigen Burges eine kleinere Grenzfestung namens „Haus ze Gutenhag“. Die Ritter von Gutenhaag, die auf diesem Anwesen lebten, tauchen bereits im Jahr 1255 in schriftlichen Quellen auf, als Ulrick de Hage erwähnt wird, und später im Jahr 1294 der Ritter Henrik von Gutenhaag. Nach dem Jahr 1430 gehörte Gutenhaag Henrick von Hollenegger. Im Jahr 1481 erhielt die Burg sein Verwandte Leonhard Herberstein. Die Familie Herbersteins besaß die Burg bis zum Jahr 1802 bis sie die Burg an die Familie Pauer verkauften.
Die Grafen Herberstein kauften im Jahr 1909 die Burg Gutenhaag wieder zurück. Nach dem Ersten Weltkrieg, zwischen den Jahren 1925 und 1935 befand sich in der Burg ein Kinderheim und ein Realgymnasium für russische Emigranten. Ende des Zweiten Weltkriegs, in der zweiten Maihälfte 1945, wurde die Burg enteignet und Kommunisten haben hier ein Konzentrationslager für Gegner des Komunistischen Regiems eingerichtet. Heute ist in der Burg eine psychiatrische Anstalt untergebracht.
Sein heutiges Aussehen erhielt die Burg nach mehreren Umbauten im 17. Jahrhundert, sowie in den 30er Jahren im 18. Jahrhundert, als die Grafen Herbersteins die Burg in ein prächtigen Barockschlosses mit 64 Zimmern umbauten.
Der nördliche, repräsentative Teil des Schlosses ist bekannt für seine reich verzierte Prunktreppe und dem Barocksaal mit sehr aufwendigen Fresken und Barockstuckaturen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Interessant ist auch die besonders prunkvoll ausgestattete Schlosskapelle des Heiligen Kreuzes. Erhalten sind auch zwei Schlossteiche, direkt unterhalb der Burg, wo Fische gezüchtet wurden.
Von der Burg Gutenhaag ging es zunächst zu einem späten Frühstücksbuffet im nahegelegenen Ort Selce, zur Buffetbar Ornik und anschließend weiter nach Abstall. Unterwegs besuchten wir noch das ehemalige Herrenhaus Mainl in Schirmdorf, das heute eher einer Ruine gleicht. Der Bus hielt dann im Zentrum von Abstall, wo wir in der Mariä-Himmelfahrts-Kirche einen Gedenkgottesdienst für alle vertriebenen und getöteten ehemaligen deutschsprachigen Einwohner vom Abstaller Feld feierten. Vor den zweisprachigen Gedenktafeln für die Getöteten an der Kirche, legten wir einen Kranz nieder und zündeten Kerzen an.
Im Kulturzentrum im Dr. Matl Haus führte uns anschließend Jan Schaller durch die Ausstellung, die der Verein Anfang des Jahres zum 80. Jahrestag der gewaltsamen Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus Abstaller Feld hergestellt hat.
Nach dem Ausstellungsbesuch gab es noch Mittagessen und viele interessante Gespräche. Dabei erfuhren wir weitere Familiengeschichten der Vertriebenen, die wir aufschreiben und im entstehenden Dokumentationszentrum in Abstall aufbewahren werden.
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Redakteur: Jan Schaller
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