Das Konzentrationslager Gutenhaag bei St. Leonhard

Denkmal zum Gedenken an die Opfer des Konzentrationslager Hrastove in der Burg Gutenhaag

        Der Besitzer der Burg Gutenhaag Gundiger Herberstein, verließ die Burg mit seiner Familie Ende April 1945, etwa 20 Tage vor der Kapitulation Deutschlands. Er reiste mit zwei Pferdekutschen und nur dem Nötigsten an persönlichem Gepäck nach Österreich. Alles andere ließ er auf der Burg zurück; es wurde eine detaillierte Inventarliste erstellt, die jedoch danach verloren ging. Laut Aussagen von Personen, die zwischen 1941 und 1945 auf der Burg Gutenhaag arbeiteten, gab es auf der Burg keine deutsche Besatzungsarmee. Während des Krieges lebten dort auch Zivilisten mit ihren Familien, insbesondere nach der Bombardierung der Stadt Marburg, gegen Kriegsende, Januar 1945.

Unmittelbar nach der Befreiung wurde die Burg von der jugoslawischen Partisanenarmee besetzt, besser gesagt von bulgarischen Einheiten, die die Burg Gutenhaag fast vollständig plünderten. Die neuen Machthaber aber behaupteten, dass die Burg von den deutschen Soldaten geplündert wurde; die aber niemals in die Burg Gutenhaag gekommen sind.

Das Konzentrationslager Hrastovec in der Burg Gutenhaag wurde von Puklasti Miha (buckliger Micha) gegründet und er inhaftierte zuerst 528 Ungarn – die ungarische Minderheit, die aber umgehend ermordet wurden. In der ersten Maihälfte trafen dann die ersten Lagerinsassen ein.

Auch Häftlinge aus den Gefängnissen in Gemeinde St. Leonhard wurden nach Gutenhaag gebracht. Lagerkommandant war Franca Peršala-Rajko, ursprünglich aus Possnitz bei Marburg, und der OZNA-Vertreter für den Bezirk St. Leonhard war Mladen Devide-Tone.

Die Gefangenen wurden aus verschiedenen Teilen Sloweniens transportiert, darunter auch Einheimische aus St. Leonhard. Mitte Juni befanden sich etwa 2.400 Gefangene in der Burg. Da nicht genügend Platz zum Schlafen auf dem Boden vorhanden war, schliefen sie in drei Schichten. Die Burg wurde total überfüllt.
Die Dorfbewohner kamen mit den Gefangenen in Kontakt, als diese zwangsweise zur Wasserquelle oberhalb des oberen Teichs getrieben wurden.

     Da es in der Burg kein Trinkwasser gab, wurden die Gefangenen in Gruppen von 100 zur einer etwa 800 Meter entfernten Wasserquelle geführt, wo sie sich waschen konnten. Die Einheimischen sahen, dass die Gefangenen erschöpft, hungrig und verängstigt waren. Zusätzlich mussten die Gefangenen auf dem Gut am Waldrand arbeiten. Die Unterbringungsbedingungen waren katastrophal. Es gab keine medizinische Versorgung, keine Hygiene, deshalb starben täglich mehrere Menschen an Erschöpfung.

Die Ermordeten wurden zum Friedhof nach Wellitschen/Voličina gebracht, viele wurden aber direkt in den Teich unterhalb der Burg geworfen. Laut den Einheimischen fror das Wasser in dem Teich mehrere Jahre lang nicht zu.

Am 5. September 1945 kam zu Besuch in das Konzentrationslager Gutenhaag/Hrastovec Ivan Maček Matija und fragte die Insassen nach dem Grund ihrer Einlieferung. Die Befragten gaben an, nicht zu wissen, warum sie im Lager sind. Gegen die Internierten lagen ja keine Anklagen vor. Daraufhin wurden alle Internierten in der Burg Gutenhaag /Hrastovec freigelassen und das Lager wurde aufgelöst.

Die Auflösung des Lagers verlief recht ungewöhnlich. Für jeden Gefangenen musste ein Dokument erstellt werden. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt: diejenigen, die ins Ausland deportiert werden, diejenigen, die ins Gefängnis kommen und vor Gericht verurteilt werden sollten und diejenigen, die freigelassen werden. Nachdem es der Führung des Lagers in drei Tagen nicht gelungen war, die Aufteilung in drei Gruppen zu organisieren, beschlossen sie, die Burgtore zu öffnen, damit alle Gefangenen nach Hause gehen konnten.

     Doch die Gefangenen glaubten denen nicht, da sie sicher waren, dass Sie wegen Fluchtversuchs vor der Burg erschossen würden. So musste die OZNA-Verwaltung als Erste durch die offenen Türen gehen, und die Lagerinsassen wurden daraufhin buchstäblich aus der Burg gejagt, da sie immer noch nicht glaubten, frei zu sein.
Im Lager Gutenhaag sollen nach amtlichen Quellen etwa 80 Menschen ermordet sein, hauptsächlich Einheimische aus St. Leonhard und Umgebung, die wohlhabenden Deutschen, an denen sich die OZNA-Rachen möchte. Die Zahl der an Hunger und wegen Krankheiten Verstorbenen ist aber nicht bekannt.

Zusammenfassung von Dr. Marjan TOŠ: Das Konzentrationslager Gutenhaag bei St. Leonhard/ Zbirno taborišče Hrastovec pri Lenartu,
(Zeitschrift für Geschichte und Ethnographie, Maribor, 2003, Bd. 74, Nr. 3-4, S. 425-450),

Gedenkzeremonie am Denkmal für die Ermordeten im Lager

Teilnehmer der Gedenkfeier

Dr. Ehrenfreid Machalka, Obmann der Landsmannschaft der Deutsch-Untersteierer in Österreich, sprach über den kommunistischen Terror der Nachkriegszeit

Eine Zusammenfassung der Ereignisse im Lager auf der Burg Gutenhaag erklärte der Reiseleiter Jan Schaller

Denkmal für die über 500 getöteten Ungarn

Noch ein Gruppenfoto im ehemaligen Park, an der berühmten Treppe, am Ende der Schlossführung in der Burg Gutenhaag

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