Der Botschafter der Republik Slowenien hat von der Kleinen Zeitung die Gelegenheit bekommen, die Probleme darzustellen, die seine Regierung mit Österreich zu haben meint. Er hat sie pflichtgemäß genutzt. So musste sich der Diplomat über den augenscheinlich zu martialisch ausgefallen Polizeieinsatz gegen eine „antifaschistische“ Veranstaltung bei der slowenischen Gedenkstätte Peršmanhof in Unterkärnten aufregen. Aber das Potenzial für einen zwischenstaatlichen Konflikt hat das Räuber und Gendarmen-Spiel im malerischen Karawanken Tal nicht. Slowenien wird den Bericht einer amtlichen Kommission abwarten, um dann die Sache zu den Akten legen zu können.
Schon schwerer tut sich Slowenien damit, dass die Steiermark den Text ihrer Hymne in die Landesverfassung aufnehmen möchte. Aber auch das wird man verschmerzen. Die Steiermark reicht eben „bis ans Bett der Save“, nur liegt ein guter Teil des Landes heute in Slowenien und hat das Steirische noch im Namen. In Laibach weiß man ganz gut, dass mit der nostalgischen Sentimentalität in Graz keine territorialen Ansprüche verbunden sind. Eine schlimmere Sanktion, als das der Botschafter nicht um einen Termin beim steirischen Landeshauptmann ansucht, kann Slowenien deshalb auch nicht ergreifen. Und wenn der Botschafter im Fall Peršmanhof schon die Geschichte bemüht: Bis heute hat ich kein jugoslawischer oder slowenischer Politiker jemals für die Ermordungen, Enteignungen und Vertreibung der deutschen Untersteirer entschuldigt.
Das einzige echte und berechtigte Anliegen das Slowenien in Österreich, das Slowenien in Österreich hat, ist das Schicksal der Kärtner Slowenen. Um die Minderheit steht es nicht gut. Es ist müßig zu fragen, ob die Feindseligkeit der Mehrheitsbevölkerung daran schuld ist, dass keine slowenisch sprachigen Richter zu finden sind und es keinen slowenischen Priester nachwuchs gibt. Die Minderheit ist so klein geworden, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr überleben kann, ohne die Sympathie und Hilfe der Mehrheit wird sie es nicht schaffen.