Vernichtungslager Gakowa/Gakovo

Die Umsetzung des Ortes Gakowa/Gakovo zum Internierungslager, Quelle Archiv Freundeskreis der Filipowaer

Konzentrationslager für die arbeitsunfähigen Deutschen,
vornehmlich aus der Mittel- und Westbatschka
Ursprüngliche Einwohnerschaft von Gakowa: 2.700
Durchschnittliche Anzahl der Lagerinsassen: 17.000
Bestandsdauer: 12. März 1945 bis Anfang Jänner 1948 = 33 Monate
Todesfälle: mindestens 8.500
Todesursachen: Unterernährung, Typhus, Ruhr, Malaria

         Knapp 170.000 der in Jugoslawien noch verbliebenen Donauschwaben wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ins Kommunistische Lager vetrieben. Die Arbeitsfähigen kamen in die Arbeitslager, die Arbeitsunfähigen transportierte man in die insgesamt 10 Vernichtungslager des Tito-Jugoslawiens, die sich auf dem Boden der Wojwodina, Slawoniens sowie Sloweniens befunden haben. In die Vernichtungslager kamen Mütter mit Kleinkindern bis zu zwei Jahren, Kinder bis 14 Jahre, Alte über 60 Jahre und Kranke

20. Jahrestag (2004-2024)  der Einweihung der Gedenkstätte in Gakowa

      Der Deutsche Volksverband mit Sitz in Maria-Theresienstadt/Subotica (Serbien) und der Deutsche Kreis mit Sitz in Fünfkirchen/Pecs (Ungarn) haben gemeinsam an der Gedenkstätte am Massengrab von Gakowa/Gakovo in Serbien eine Gedenkfeier abgehalten, bei der die beiden Delegationen an der Gedenkstätte Kränze niederlegten und Kerzen zündeten.

     Die Gedenkfeier fand am Pfingstfest statt. Nach den Erinnerungen der Überlebenden feierten die Opfer des Vernichtungslagers alle christlichen Feiertage, auch im Vernichtungslager, unter schrecklichen Bedingungen. Deshalb haben wir Pfingsten gewählt, weil in diesem Jahr Pfingsten in der Nähe des 20. Jahrestages (2004-2024) der Einweihung der Gedenkstätte Gakowa fiel.

       Das Weltdachverbad der Donauschwaben und der Deutsche Volksverband haben das Denkmal am 24. Mai 2004 errichtet. Nach langen Verhandlungen erhielt der Deutsche Volksverband die beiden Genehmigungen für die Errichtung des Denkmals. Beide Genehmigungen sind das wichtigste Material im Archiv des Deutschen Volksverbandes.

      Rudolf Reimann, Präsident des VLÖ, des Weltdachverbandes der Donauschwaben und als Präsident der DAG, koordinierte die Beschaffung der erforderlichen Mittel.
Die erste Gedenkveranstaltung wurde vom Deutschen Volksverband im Januar 1998 in Gakowa/Gakovo anlässlich des fünfzigsten Jahrestages der Auflösung des Vernichtungslagers organisiert. Damals waren auch einige Überlebende des Vernichtungslagers mit uns. Heute lebt nur noch Katharina Gärtner, die als kleines Mädchen zwei Jahre im Vernichtungslager verbracht hat. Die meisten ihrer Familie haben das Lager nicht überlebt.

       In diesem Jahr konnte Frau Gärtner aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Gedenkfeier teilnehmen, aber der Präsident des Deutschen Volksverbandes, Rudolf Weiss, besuchte sie im Krankenhaus (siehe das Bild unten) und schenkte ihr einen Blumenstrauß. Unsere Aufmerksamkeit gilt nicht nur den Toten, sondern auch den Überlebenden des Todeslagers, die noch am Leben sind.

     Wie alle unsere Berichte wird auch dieser von Fotos begleitet. Die Bilder zeigen den aktuellen Zustand des Friedhofs und Kalvarienberges in Gakowa/Gakovo, und das Aussehen der Gedenkstätte auf dem Massengrab sowie den Kranz des Deutschen Volksverbandes.

Foto 0. Die Umsetzung des Ortes Gakowa/Gakovo zum Internierungslager, Quelle Archiv Freundeskreis der Filipowaer

Rudolf Weiss
Präsident des Deutschen Volksverbandes

 

Das Vernichtungslager Gakowa

     Dorthin wurden zwischen dem 13.3. und dem 17.10.1945 die nicht arbeitsfähigen Personen deutscher Volkszugehörigkeit, Ältere und Kranke sowie Mütter mit Kleinkinder bis zu 2 Jahren gebracht. In Gakowa wurden hautsächlich die Deutschen aus der West-Batschka, für die Bezirke Sombor, Apatin und Hodschag interniert.

Ursprüngliche Einwohnerschaft von Gakowa : 2.700 Personen
Durchschnittliche Anzahl der Lagerinsassen: 17.000 Personen
Bestandsdauer des Lagers: 12.3.1945 bis Januar 1948
Todesfälle: mindestens 8.500 Personen davon sind 5.827 Personen namentlich erfaßt. ( Aus der Gemeinde Filipowa sind von den hier ca. 3.100 Internierten Filipowaern 762 Personen verstorben)
Hauptsächliche Todesursache: Unterernährung, Typhus, Ruhr, Malaria.

     Die Häuser waren sieben fach überbelegt. Bereits in den ersten zehn Monaten starben ca. 4500 Personen. In den Häusern lagen die Insassen auf einer dünnen Strohschütte am Boden dicht nebeneinander und füllten die Zimmer, Küchen, Kammern und selbst die leer stehenden Kuh-und Pferdeställe. Donauschwäbische Männer , wurden, zwölf an der Zahl, zu „Gassenkommandanten“ bestimmt. Sie hatten die Befehle der Lagerkommandatur weiterzugeben und vor allem die in ihren Gassen täglich anfallenden Totenzahlen der Kommandantur zu melden.

Quelle: Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien 1944 – 1945, Arbeitskreis Dokumentation der Donauschwäb. Kulturstiftung, München 2000, ISSN 0172-5165-67

Robert Zollitsch, emerierter Erzbischof von ‚Freiburg ermahnt, die Erinnerung wach zu halten.
„Kaum eine andere deutsche Volksgruppe hatte unter dem Zweiten Weltkrieg und seinen furchtbaren Folgen so sehr zu leiden wie die Donauschwaben aus Jugoslawien, Rumänien und Ungarn. Ihre Geschichte ist in den Jahren 1944 – 1949 zur Passionsgeschichte, zur unvorstellbaren Leidensgeschichte geworden. Ihrer Opfer zu gedenken und die Erinnerung wach zu halten, ist und bleibt Auftrag der Überlebenden und der nachfolgenden Generation. Wer all die menschlichen Schicksale, das vielfältige Leid, die unfassbaren Geschehnisse um unsere Landsleute verdrängt, der macht sie ein weiteres Mal zu Opfern, zu Opfern des Vergessens. (…) Der Opfer der donauschwäbischen Passion und Ihrer Leiden zu gedenken, heißt nachzufragen und sich Gedanken zu machen – Gedanken gegen das Vergassen so vieler Opfer und der von ihnen erlittenen Grausamkeiten. Wir wissen uns verbunden mit unseren Landsleuten, die unschuldig und auf grausame Art und Weise zu Opfern skrupelloser Machtinteressen, eines menschenverachtenden Nationalismus und einer menschenvernichtenden Politik wurden.“

Delegation des Deutschen Volksverbandes und des Deutschen Kreises in der Gedenkstätte Gakowa/Gakovo

Kalvarienberg auf dem deutschen Friedhof

: Kranz des Deutschen Volksverbandes

Kalvarienberg auf dem deutschen Friedhof

Katharina Gärtner, eine Überlebende des Vernichtungslagers Gakowa, und Rudolf Weiss, Präsident des Deutschen Volksverbandes

Überreste des deutschen Friedhofs in Gakowa/Gakovo mit Herren Weiss und Binder

Menu