die allen Opfern Kommunistische gewallt gewidmet ist, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Bachern ermordet und namenslos verscharrt wurden.
Die Einweihung des Denkmals, das endlich auf dem Bachern-Gebirge steht, ist wie ein Pflaster auf der Wunde all derer, die durch den kommunistischen Terror auf dem Bachern-Gebirge nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren haben.
Unter den Gästen wurden besonders begrüßt die Botschafterinnen der Republik Österreich Mag. Elisabeth Ellison-Kramer und der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Slowenien, Sylvia Groneick, weiters der Festredner Dr. Mitja Ferenc, der Dichter Tone Kuntner, der Erzbischof von Marburg Msgr. Mag. Alojzij Cvikl, vom Österreichischen Schwarzen Kreuz Oberst i.R. Dieter Allesch, die Historiker Dr. Jože Dežman, Dr. Jože Možina und Univ. Prof. Dr. Stefan Karner.: Sowie der Vorsitzende der größten politischen Partei SDS Janez Janša, erkam ebenfals auf den Bachern.
In ihrer Begrüßungsrede sagte die österreichische Botschafterin in Slowenien Frau Mag. Elisabeth ELLISON-KRAMER, unter anderen „Erlauben Sie es mir, an diesem Gedenktag drei Gedanken mit Ihnen zu teilen: Aufs Engste mit der Würde der Opfer, ihrer Familie und Freunde ist das das „Recht auf Wahrheit“ verbunden. „Das Recht auf ein faires Verfahren“, ist Grundlage jeder zivilisierten Gemeinschaft. Und schließlich: „Die Mahnung an uns heute und nächste Generationen“, das Schicksal der Menschen solcher furchtbarerr Auseinandersetzungen muss bewahrt werden.
Die neue deutsche Botschafterin in Slowenien, Sylvia GRONEICK, hat in ihre Ansprache besonders betont:“ Deutschland hat während des 2. Weltkriegs unermessliches Leid und Vertreibung über die Zivilbevölkerung Sloweniens gebracht – die schrecklichen Verbrechen der nationalsozialistischen Besatzung sind Mahnung und Verpflichtung für Deutschland, sich für Freiheit und ein geeintes Europa einzusetzen. Zugleich endete die Gewalt mit dem Abzug der deutschen Besatzer nicht. Tausende wurden nach dem 2. Weltkrieg in den Wäldern um uns herum ermordet und verscharrt, auch Angehörige der deutschsprachigen Minderheit – zwei davon waren die Eltern von Frau Margaret Jahn, die extra aus den USA angereist ist, um an der heutigen Gedenkveranstaltung teilzunehmen.
Der Verlust, der sowohl während als auch nach dem zweiten Weltkrieg in Slowenien entstanden ist, er schmerzt bis heute und er schmerzt auf allen Seiten – noch immer gibt es viele offene Wunden. Dieser Schmerz muss wahrgenommen werden, der Verlust muss anerkannt werden. Es ist wichtig, die Verbrechen, die in diesen Wäldern stattgefunden haben, aufzuarbeiten. Die Gedenkstätte, die wir heute einweihen, ist ein wichtiger Schritt dafür.«
In seiner Rede las der Hauptredner, Dr. Mitja Ferenc,( die vollständige Rede wird separat veröffentlicht) zunächst einen Teil des Zeugnisses eines OZNA Mitarbeiter vor, der in seinem Tagebuch all die Schrecken aufdeckte, die sich 1945 im Bachern-Gebirge ereigneten, dort wo heute das Denkmal schließlich steht. „Auf dem Bachern haben wir heute Abend wieder geschossen! Wir nennen das Transport. Wir fahren hinauf auf das Bachern-Gebirge. Irgendwo auf halber Strecke zur Marburger Hütte biegen wir rechts ab. Wir enden im Dunkeln auf einer Seitenstraße. Die Wache der Militärpolizei wartet bereits auf uns. Bis zum ausgehobenen Grab geht es zu Fuß.
Die Militärpolizisten leuchten den Weg mit den Lampen aus, danach werfen sie die Gefangenen einfach von den Lastern und darauf Marsch zum ausgehobenen Grab. Die Militärpolizisten sind rachsüchtig, da die Deutschen ihre Nächsten erschossen und ihre Häuser niedergebrannt haben. Sie zwingen die Gefangenen „Deutschland, Deutschland über alles!“ zu singen. Schreckliche Bilder. Ein Weg unter Tannen, ausgeleuchtet mit Lampen und wütende Militärpolizisten mit singenden Gefangenen. Ist das wirklich das, wofür wir gekämpft haben?
Wir kommen zur Grube. Die Gefangenen werden ausgezogen, damit sie nicht identifiziert werden können. Beim Ausziehen werden ihnen die Fesseln abgenommen, danach werden sie wieder gefesselt. Es erschüttert mich, als ich die noch minderjährige Tochter eines deutschen Funktionärs sehe. Obwohl sie sich in Sternthal erschöpft hat, ist sie noch immer bildhübsch. Nackt sitzen sie auf dem Boden. /Darauf gibt ein Offizier der Militärpolizei in Absprache mit uns Geheimdienstlern den Schießbefehl. Zu fünft werden sie vor die Grube gezerrt und von beiden Seiten mit leichten Maschinengewehren erschossen, so dass die Opfer in die Gruben fallen.
Die Exekutionen gehen weiter. Je fünf nackte Körper vor der Grube. Da sie zerschossene Beine haben, werden sie zur Grube geschleift, hineingeworfen und erschossen. Auch das junge deutsche Mädchen verschwindet in der Grube. Zum Schluss bringen die Militärpolizisten die Kleider zu den Lastern, damit sie vernichtet werden.“ (Ende des Zitates)
Im Nachkriegsjugoslawien wussten viele Bewohner der Umgebung des Bachern- Gebirges von den Massengräbern auf dem Bachern, aber sie mussten schweigen. Auch die vertriebenen Deutsch-Untersteirer wussten von der Hinrichtungsstätte ihrer Angehörigen auf dem Bachern.
1992, mit der Staatswerdung Sloweniens, wurde erstmalig von den Nachkriegsmorden in Marburg und am Bachern in der slowenischen Zeitung „Večer“ berichtet: „600 Personen am Bachern ohne Gerichtsurteil niedergemetzelt“.
1993 wurden auf Initiative des Marburger Vereines „Freiheitsbrücke“ unter ihrem Obmann Dusan Kolnik zwei Holzkreuze bei den Massengräbern auf dem Bachern errichtet.
2011 äußerte Frau Margarete Jahn, als Vollwaise im Nachkriegsjugoslawien und in Österreich aufgewachsen, jetzt wohnhaft in den USA, erstmalig den Wunsch nach einer würdigen, einer „Steinernen Gedenkstätte“ auf dem Bachern, der 2012 von den Mitgliedern der Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer im Rahmen einer Petition an die Vereinsführung herangetragen wurde.
Parallel dazu bemühte sich der Marburger Martin Kostrevc um Auffindung aller Massengräber auf dem Bachern und konnte auch die „Regierungskommission für die Lösung der Frage der verborgenen Gräber“ 2007 zu Exhumierungen bewegen. 23 Gräber wurden bisher gefunden und ewidentiert.
2012 trafen sich die Wege von Martin Kostrevc, Margarete Jahn und Ingeborg Mallner, Bundesobfrau der Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer, und der Wunsch nach einer „Steinernen Gedenkstätte“ wurde ab diesem Moment von drei Personen mit Nachdruck weiterverfolgt.
Probleme mit der Grundabtretung konnten das Projekt zwar 12 Jahre lang verzögern, aber nicht zum Scheitern bringen und so konnte heuer diese würdige Gedenkstätte in Erinnerung der hier zu Ende des Zweiten Weltkrieges ermordeten und namenlos verscharrten Opfer errichtet werden.
Mit einer kurzen Zeremonie segnete der Erzbischof von Marburg, Monsignore Alojzij Cvikl, feierlich die neue Gedenkstätte.
Im Rahmen des Kulturprogramms las der Dichter Tone Kuntner sein Gedicht „Gebet für die Versöhnung“(Übersetzung separat veröffentlicht), die Frajhajm Blaskapelle und der Kammerchor Hugo Wolf sorgten für die musikalische Begleitung.
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Redakteur: Jan Schaller
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